Deniz Yücel, Agentterrorist

30. Oktober 2019

Eine Geschichte über Freiheit und Freundschaft, Demokratie und Nichtsodemokratie

Ein Jahr Hochsicherheitsgefängnis Silivri Nr. 9.

»Niemals« werde man Deniz Yücel nach Deutschland ausliefern, erklärte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan im Frühjahr 2017, jedenfalls nicht, solange er im Amt sei.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich der deutsch-türkische Journalist seit zwei Monaten im Hochsicherheitsgefängnis Silivri Nr. 9 bei Istanbul. 10 Monate später wurde er unter abenteuerlichen Umständen endlich freigelassen. Die Inhaftierung des Türkei-Korrespondenten der Welt führte in Deutschland zu einer riesigen Solidaritätsbewegung und sorgte für die größte Belastung der deutsch-türkischen Beziehungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Zugleich entfacht der Fall in Deutschland eine Debatte über das Verhältnis der Deutschtürken zu beiden Ländern. In seinem Buch erzählt Deniz Yücel, wie er dieses Jahr in Einzelhaft verbrachte, welchen Schikanen er ausgesetzt war und wie es ihm gelang, immer wieder die Überwachung zu überlisten. Er schildert, was ihm die Unterstützung seiner Frau Dilek Mayatürk und die »Free Deniz«-Kampagne bedeutete und warum der Kühlschrank das sicherste Versteck in der Gefängniszelle ist. Es ist eine Geschichte von Willkür und Erpressung, aber auch eine Geschichte von Solidarität, Liebe und Widerstand. Zugleich zeichnet Deniz Yücel die Entwicklung nach, die die Türkei in den vergangenen Jahren durchgemacht hat, vom hoffnungsvollen Aufbruch der Gezi-Revolte über den Kurdenkonflikt, die Flüchtlingskrise und den Putschversuch bis zum vorläufigen Ende:
Erdogans Festigung der Macht mit den Wahlen vom Frühjahr 2018.

Deniz Yücel wurde 1973 als Kind türkischer Einwanderer in Flörsheim am Main geboren und studierte an der Freien Universität Berlin Politikwissenschaften. Er arbeitete als Redakteur bei der Wochenzeitung
Jungle World und der tageszeitung (taz). 2015 ging er als Korrespondent der Welt in die Türkei. Für seine Arbeit wurde Yücel mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Wolff-Preis. »Agentterrorist« ist sein drittes Buch.

Deniz Yücel, Agentterrorist
Kiepenheuer&Witsch
ISBN: 978-3-462-05278-7
400 Seiten, gebunden mit SU,
22,00 €

KiWi Novitäten im November 2019

30. Oktober 2019

+++Barnes, Kunst sehen+++Benedict, Frau Einstein+++Humpe, Wir trafen uns in einem Garten+++Kringiel, Wie Hitler das Skateboard erfand+++Lindenberg/Hüetlin, Udo+++Musharbash, Jenseits+++Schneider, Vivaldi und seine Töchter+++Bestellformular+++

111 Orte auf St. Pauli, die man gesehen haben muss

14. Oktober 2019

Das alte St. Pauli gibt es nicht mehr. Napoleon ließ es niederbrennen. Pest und Cholera rafften seine Einwohner dahin. Es versank im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges. Senatoren gaben es dem Abriss preis. Investoren haben es verraten und verkauft. Seit 400 Jahren weht daher stets auch eine Prise Wehmut durch das »sündigste Viertel der Welt«. Doch noch immer schlagen die Herzen auf dem Kiez schneller, gehen die Wogen am Hafenrand höher, setzen Künstler und Bewohner Kontrapunkte ins Grau, gehören Weltoffenheit und Widerstand zum guten Ton. Das sollten Sie sich keineswegs entgehen lassen. Solange Sie kein Moralapostel sind.

Stefanie Sohr fühlt sich seit einem Vierteljahrhundert auf St. Pauli zu Hause. Die Bloggerin und Reisebuchautorin möchte Sie mitnehmen in das Dorf, das niemals schläft. Möchte Sie einladen, die einzigartige Vielfalt zu erfahren und zu feiern. Denn davon lebt das vielleicht bekannteste Quartier in Deutschland: Menschen, die einander leben lassen.

Volko Lienhardt kam als junger Fotograf Anfang der 1990er Jahre nach Hamburg. Seitdem hat er mit dem Schwerpunkt People und Fashion für viele namhafte Magazine und Zeitungen im In- und Ausland gearbeitet. Immer wieder ist er nach St. Pauli zurückgekehrt und schließlich ganz geblieben.

Stefanie Sohr, Volko Lienhardt 111 Orte auf St. Pauli, die man gesehen haben muss
Mit zahlreichen Fotografien von Volko Lienhardt
Broschur, 240 Seiten
ISBN 978-3-7408-0685-9
Euro 16,95

 

Neuerscheinungen